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Diese Woche wurde der frühere Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND, August Hanning, festgenommen und vom Haftrichter Untersuchungshaft angeordnet. Hanning stehe unter Verdacht, dass sein ehemaliger Büroleiter 2.000 geheime Dokumente an ihn weiter geleitetet habe. Dem früheren Geheimdienstchef wird nun unter anderem versuchter Landesverrat und geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen, da der Verdacht bestehe, dass Hanning die Informationen an ausländische Agenten weitergegeben hat.
Der frühere Leiter des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen zeigte sich in einem Interview erstaunt über die Festnahme. Er kennt August Hanning seit 25 Jahren und hat viele Jahre mit ihm zusammengearbeitet. Er erlebte ihn als dienstbeflissenen, loyalen, patriotischen Beamten. Maaßen kann sich nicht vorstellen, dass Hanning geheimhaltungswürdige Unterlagen an einen fremden Dienst weitergeleitet haben soll. Seiner Ansicht nach bestehen zahlreiche Ungereimtheiten in Bezug auf diese Verhaftung. Zum einen erscheint es ihm dubios, dass die Medien vor Ort dabei waren, die das Ganze bildgewaltig begleiteten, was einer Vorverurteilung gleich kommt. Auch die angeordnete Untersuchungshaft für einen 80-jährigen Mann, der noch dazu krank ist, sei für ihn sehr merkwürdig, angesichts der Tatsache, dass Messerstecher und Vergewaltiger relativ schnell auf freien Fuß kommen. Maaßen kennt den Mann, von dem Hanning die Dokumente erhalten haben soll. Dieser war nicht der Büroleiter, sondern ein Beamter mittleren Dienstes, so dass fraglich ist, inwieweit dieser Zugriff auf solche Dokumente hatte und wirklich in der Lage war, Top-Secret-Dokumente aus dem BND herauszuschmuggeln.
Überhaupt verweist Maaßen darauf, dass es sehr anspruchsvoll sei, Dokumente aus dem Nachrichtendienst herauszubekommen, da hier sehr hohe Sicherheitsmaßnahmen bestehen. Jeder Datenzugriff wird protokolliert und bei unautorisierten Zugriffen sofort Alarm ausgelöst. Es finden Sicherheitskontrollen an den Ausgängen statt. Man könne da nicht einfach eine Aktentasche mit Dokumenten mitnehmen oder eine E-Mail nach draußen schicken. Es sei verboten, Smartphones, mit denen man Dokumente abfotografieren könnte, in die Zimmer mitzuführen. Daten liegen beim BND auf einem behördeninternem Netz abrufbar, das völlig vom normalen Netz abgekoppelt ist. Um Daten zu entnehmen, muss dies von einer dafür autorisierten Stelle unter Mehraugenprinzip geschehen und wird protokolliert. Dass unter diesen strengen Sicherheitsvorkehrungen also 2.000 Dokumente zu Hanning nach draußen gelangt sein sollten, ist für Hans-Georg Maaßen kaum vorstellbar.
Könnte es daher sein, dass es ganz andere Gründe gegeben hat, Hanning aus dem Verkehr zu ziehen, als dies öffentlich kommuniziert wird? Compact-TV führt bei seiner Analyse mit Jürgen Elsässer und Armin-Paul Hampel unter anderem folgende Hintergründe an, mit denen sich Hanning bei der herrschenden Klasse unbeliebt gemacht hatte bzw. ihr gefährlich wurde.
1) August Hanning griff Angela Merkel scharf an, weil sie 2015 das deutsche Aufenthaltsrecht außer Kraft gesetzt und die Kontrolle über die Einwanderung und innere Sicherheit verloren hatte.
2) Hanning bezeichnete den Nord-Stream-Anschlag als einen Fall von Staatsterrorismus und beschuldigte Polen, die Ukraine hierbei logistisch stark unterstützt zu haben, da dies sonst nicht möglich gewesen wäre.
3) Armin-Paul Hampel verweist in seiner Analyse auf den Fall der Millionärstochter Christina Block, die einen Sorgerechtsstreit mit dem in Dänemark wohnenden Vater hatte, welcher ihr den Umgang mit den bei ihm lebenden Kindern verweigerte. Die Mutter bekam zwar von den deutschen Gerichten stets Recht zugesprochen, dieses wurde aber nicht durchgesetzt. In ihrer Verzweiflung beauftragte die Mutter eine private israelische Spezialtruppe mit der Entführung ihrer Kinder, um sie nach Deutschland zurückzuholen. Hanning hatte sie im Vorfeld dieser Entwicklung beraten, hatte aber mit der Entführung nichts zu tun. Trotzdem hatte die Hamburger Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung gegen ihn veranlasst. Der Jurist August Hanning verklagte im Nachhinein die Staatsanwaltschaft, da diese sich offensichtlich unverhältnismäßig und damit strafbar verhalten habe. Armin-Paul Hampel vermutet daher in der Verhaftung Hannings einen Racheakt der Hamburger Staatsanwaltschaft.
Ob dem so war, können wir an dieser Stelle nicht beurteilen. Angesichts der beschriebenen Ungereimtheiten, sollte aber von der vorschnellen Vorverurteilung eines unbequemen Regierungskritikers solange abgesehen werden, bis diese restlos aufgeklärt sind.
Autor: tz.
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Dr. Maaßen: Machtmissbrauch von Politikern ahnden ⤵️










