Während Politik und Leitmedien der Weltbevölkerung weismachen wollen, dass Frieden unmöglich und kriegerische Auseinandersetzungen unumgänglich seien, reden und leben Friedensbewegungen eine ganz andere Realität.
Der Sonderdruck des Magazins forum Nachhaltig Wirtschaften mit dem Titel „Frieden schaffen mit Biolandbau – Schwerter zu Pflugscharen“ beschreibt einen Friedensprozess, der möglicherweise wegweisend für andere Regionen der Welt sein könnte. Es wird nämlich beschrieben, wie ein philippinischer Bürgermeister mit biologischer Landwirtschaft einen kriegerischen Konflikt löste und Frieden und Wohlstand schaffte. Wie das?? mag sich nun manch einer fragen. Der Sachverhalt ist denkbar einfach:
Rommel Arnado, so der Name des Bürgermeisters, analysierte die Ursachen des erbitterten Konflikts, in dem sich diese philippinische Region befand. Diese war 2010 noch das Epizentrum eines kriegerischen Konflikts zwischen der Moro Islamic Liberation Front und den Regierungstruppen. Allgemein wurde angenommen, religiöse und kulturelle Spannungen seien die Ursache der bürgerkriegsähnlichen Zustände. Aber der Grund lag in der Armut der Bevölkerung, die schlichtweg „nichts zu beißen“ hatte. Diese Hungersnot war Folge eines totalen Versagens von Politik und Verwaltung. Die verzweifelten Menschen griffen zu Waffen, um sich etwas Essbares zu beschaffen. Sie wählten also in der Not die denkbar schlechteste Methode im Kampf ums Überleben. Denn mit Gewalt und Unrecht wird nichts besser, es schürt nur die alle hinabführende Gewaltspirale.
Genau inmitten dieser schier ausweglosen Lage hatte Bürgermeister Rommel Arnado die zündende Idee: „Wir boten den Rebellen an, ihre Waffen für Land und Ausbildung in Bio-Landwirtschaft niederzulegen. Das haben zunächst vier Kommandeure und 100 Guerillakämpfer akzeptiert. Danach waren es 600, und schließlich haben einige tausend die Waffen niedergelegt.“ Kurz und gut: Durch die Landwirtschaft kam die erhoffte Versorgung, ja der Wohlstand für alle. Wo vorher erbitterter Bürgerkrieg stattfand, gibt es nun keine Armut und fast keine Kriminalität mehr. Eine Region mit 27.000 Einwohnern und 13 Ortschaften erweist sich durchaus als friedenstüchtig.
Bernward Geier schreibt: „Das Beispiel dieser „From Arms to Farms“-Bewegung bietet nicht nur Lösungen für weltweite, essenzielle gesellschaftliche Herausforderungen. Es zeigt auch, dass die Ursachen für kriegerische Konflikte oft ganz woanders liegen, als es oberflächlich erscheint...“
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